Systemrelevant? To big to fail? Bitcoin auf dem Weg zur Massenadaption

Bitcoin kann nicht verboten werden - dennoch ist eine Überregulierung in einigen Teilen der Welt noch nicht ausgeschlossen. Doch die westliche Wirtschaft ist bereits infiziert worden vom Bitcoin-Fieber. Immer mehr - auch große Player - investieren oder sind aktiv im Kryptospace. Eine "Todregulieren" hätte entsprechend heftige Konsequenzen. Ein Überblick über die Tätigkeiten einiger internationaler Unternehmen.


Weshalb Firmen in Bitcoin investieren erfährst du hier.


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Microstrategy

Wir beginnen diese Auflistung mit "der Mutter aller institutionellen Bitcoin-Investoren". Michael Saylor (CEO) von der Softwareschmiede Microstrategy hat Bitcoin praktisch im Alleingang auf ein neues Level gehoben. Die profitable Aktiengesellschaft kaufte als erstes börsennotierte Unternehmen Bitcoin als Wertspeicher. Der Geschäftsführer erlebte in Argentinien am eigenen Leib was eine Hyperinflation bedeutet und ist seit seinem ersten Investment nicht mehr aufzuhalten. Im Wochentakt kaufte Saylor weiter nach und kann Mitte April über 90.000 Bitcoins deren Eigen nennen. Dies sind umgerechnet - Stand 16.04.2021 - über 5,5 Milliarden US-Dollar. Microstrategy konnte durch die Wertsteigerung der gekauften Coins innerhalb einen Jahres den fünffachen Netto-Jahresgewinn erzielen. Doch Saylor hat noch lange nicht genug. Über die Ausgabe von Wandelanleihen verschuldet sich das Unternehmen aufgrund der Niedrigzinsphase praktisch zum Nulltarif. Mit den erhaltenen US-Dollar kauft Saylor weiter Bitcoin. Einige Anleger verwenden daher bereits die Microstrategy-Aktie als Pendant zu einem "Bitcoin-Fonds". Scherzhaft wird Saylor bereits als größte Gefahr für das Bitcoin-Netzwerk angesehen, denn Michael Saylor kauft der Rest der Welt die Bitcoins weg.

Fakt ist, dass Michael Saylor Bitcoin für salonfähig gemacht hat. Mit kostenfreien online Schulungen zeigt er mittlerweile CEOs und CFOs wie auch andere Unternehmen Bitcoins kaufen können.


Tesla

Stolze 1,5 Milliarden US-Dollar hat Tesla in Bitcoin "umgeschichtet". Der Star-Unternehmer Elon Musk macht auch nach der Verdopplung seines Bitcoin-Investments keine Anstalten die Kursgewinne in USD zu realisieren. Stattdessen begann der Technologiekonzern im Automobilkleid neben US-Dollar auch Bitcoin zu akzeptieren. Zeitgleich verkündete Musk, dass sein Unternehmen nicht vor hat die erhaltenen Bitcoin anschließend zu tauschen - er wird "hodln".

Microsoft

Unsere gesamte Wirtschaft sowie wir alle als einzelne Individuen können von der neu gewonnenen Transparenz der Blockchain profitieren. Egal ob Verfolgung der Lieferkette oder digitale Patientenakte - Danke der Blockchain haben die Menschen die Chance künftig wieder alleine über die Nutzung und Weitergabe ihrer persönlichen Daten zu entscheiden. Zu den zahlreichen im Bitcoin-Netzwerk vorhandenen Open-Source-Entwicklern gesellen sich mittlerweile auch etablierte Größen der heutigen Welt. Anfang 2021 verkündete Microsoft den Bau eines Systems für digitalen Identitäten. Hierzu nutzt der Softwareriese keine eigene Datenbank sondern das Bitcoin-Netzwerk. Nur über Bitcoin kann ein sicheres und unzensierbares System geschaffen werden.


Chinesische Zentralbank

Die Zentralbank des bevölkerungsreichsten Staates der Welt hat sich im April 2021 erstmal "verhalten positiv" zu Bitcoin geäußert. Während kurz zuvor Peter Thiel die US-Regierung daraufhin wies, dass Bitcoin von China als Waffe im Kampf um die Vorherschafft des US-Dollars nutzen könnte, bezeichneten die chinesischen Notenbanker Bitcoin als "alternatives Investment". Bei Bitcoin-Maximalisten spricht man schon seit geraumer Zeit vom Kinderspiel "Reise nach Jerusalem". Die Teilnehmer des Spiels - die Notenbanken der Welt - kämpfen um wenige Stühle. Welche Notenbank als Erstes erkennt, dass man durch die Erhöhung der eigens emittierten Geldmenge Bitcoin kaufen kann, gewinnt "das Spiel".

Banken und Zahlungsdienstleister

Die führenden Finanzdienstleister werden Bitcoin und andere Kryptowährungen in den kommenden Jahren unterstützen müssen, denn ihnen bleibt letztlich keine Wahl. Wenn Bitcoin groß wird verlieren sie - sofern sie nicht beteiligt sind - ihre Rolle als führender Anbieter. Sollte Bitcoin jedoch kläglich scheitert, verlieren die Firmen "nur" einige Millionen an investiertem Kapital. Bitcoin kann daher auch als eine Wette gesehen werden, welche ein Unternehmen nicht verlieren darf. In jedem Fall sammeln die Finanzdienstleister wertvolle Informationen im Bereich der Blockchain-Technologie. Dies wird von großem Nutzen sein im Bezug auf die Implementierung des digitalen Euro oder US-Dollars. Die heutigen Marktführer können es sich schlichtweg nicht erlauben an der Seitenlinie zu stehen.


Finanzdienstleister


PayPal

Ein neue Auto kauft man für gewöhnlich eher selten, doch auch bei Waren des täglichen Bedarfs finden sich mittlerweile zahlreiche Online-Shops ins welchen man seine Coins loswerden kann. Zumindest für die USA hat PayPal am 31.03.2021 neben dem Kauf von Bitcoin auch die Akzeptanz für Händler freigeschalten. US-Amerikanische Shop-Betreiber können seither Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. Der Payment-Riese hat angekündigt diesen Dienst noch in 2021 in weitere Länder auszurollen. Ebenfalls soll der weltweite Handel mit Kryptowährungen über den hauseigenen Mobile-Payment Service Venmo ermöglicht werden


Visa Card

Das Visa-Zahlungsnetzwerk bereitet sich auf eine immer tiefergehende Implementierung von Kryptowährungen vor. Bereits heute wickelt Visa Zahlungen über das Ethereum-Netzwerk ab. Ethereum ist sozusagen die Main-Chain und Visa eine Second-Layer-Chain des Ethereum-Netzwerks. Visa baut also die eigenen Systeme "um Ethereum herum". Dies zeigt, dass sich künftig die Unternehmen der "alten Welt" an Bitcoin und Co anpassen müssen und nicht umgekehrt.


MasterCard

Noch in 2021 will der Payment-Riese MasterCard Kryptowährungen in das bestehende Ökosystem einbinden. Dem Visa-Konkurrenz ist laut eigener Aussage relativ egal ob Kunden klassische Fiat-Gelder oder Kryptowährungen verwenden wollen. MasterCard möchte daher dem Kunden beide Varianten anbieten: „Es sollte deine Wahl sein, denn es ist dein Geld“.

Concardis