Stable-Coins: Die unscheinbare Gefahr


Stable-Coins sind für Regierungen/Notenbanken/Banken einen aktuell bedeutend größere Gefahr als Bitcoin. Warum erfährst du in diesem Blogbeitrag.


Von September 2021 bis September 2022 ist das market cap der Stable-Coins um 500% gestiegen, was die EZB/EU aber z.B. auch die FED hellhörig machte.





Heute kommen USDC und USDT auf ein summiertes market cap von über 130 Milliarden USD, was die Gesamtsumme aller Stable-Coins von Ende 2021 bereits übersteigt. Zudem sind beide Stable-Coins vom “market cap All-Time-High” ca. 25% entfernt. Bitcoin und die meisten Altcoins haben 65% und mehr verloren.

Vermutlich wächst das Interesse an Stable-Coins auch im Bärenmarkt bzw. geht schwächer zurück als bei Bitcoin.


Es gibt algorithmische Stable-Coins wie DAI oder USDT (Terra-Luna), diese klammern wir hier aus und fokussieren uns auf die “backed Stable-Coins”, also diejenigen die besichert - vor allem USDC und USDT. Beim Gedankenspiel ist auch vollkommen egal ob der Tether-FUD gerechtfertigt ist oder nicht.


Stable-Coins könnten bei einer breiten Akzeptanz massive Auswirkungen auf die Bilanzen der Geschäftsbanken und Notenbanken haben. Parallel sind auch signifikante Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Finanzmarkt denkbar. Aber warum? Der Reihe nach.


Du gibst Tether 100 USD und bekommst 100 USDT - also “Cryptodollar” zurück. Das Unternehmen hinter Tether verwahrt deine 100 USD und verspricht die deine 100 USDT jederzeit wieder in 100 USD zurück zu tauschen. Somit haben wir einen Intermediär und die Dezentralität ist dahin.

Im Prinzip agieren Stable-Coin Firmen wie Banken. Sie verwahren Vermögen ihrer Kunden und versuchen mit dem geparkten Geld eine Rendite zu erzielen. Dank der steigenden Zinsen ist dies einfacher möglich als in den vergangenen Jahren. Und jetzt wird es spannend.

Die “Stable-Coin-Bank” kann das verwahrte Geld als Einlage bei einer Geschäftsbank halten. Dann stellt sich die Frage: Wo kommt das Geld her? Tauschen die Verbraucher und Unternehmen Bargeld in Stable-Coins, verlängert dieses Szenario die Bilanz der Geschäftsbank und sie hat mehr Geld mit welchem sie arbeiten kann.


Mehr Kundeneinlagen für die Geschäftsbank bedeuten, dass sie das Potential hat mehr Kredite zu vergeben. Wird Bankguthaben gegen Stable-Coins getauscht, passiert erstmals nichts - Guthaben auf deinem Girokonto wird gegen Guthaben von Tether bei der Geschäftsbank getauscht.


Was passiert jetzt aber, wenn Tether anfängt, einen Teil des verwahrten Vermögens nicht auf Geschäftsbankkonten zu halten? Die kaufen dann Staatsanleihen, Aktien oder holen sich Zentralbankgeld. Jeder Dollar (oder Euro), der nicht auf dem Bankkonto bei der Geschäftsbank gehalten wird, steht der Geschäftsbank nicht zur potentiellen Vergabe eines Kredits zur Verfügung. Und Geschäftsbanken machen bei der Giralgeldschöpfung bekanntlich aus einem Euro deutlich mehr. Heißt, die potentielle Kreditsumme ist ein vielfaches höher als der hier betroffene Betrag.


Auch wenn USDC das Vorhaben die verwahrten Gelder in Zentralbankgeld zu tauschen umsetzt, fehlt dieses Geld den Geschäftsbanken. Die Gelder auf deinem Girokonto liegen jetzt bei Circle (= USDC) und die halten ja Zentralbankgeld - die Geschäftsbank ist aus dem Spiel raus.


Nicht nur aufgrund von währungspolitischen Risiken sind Stable-Coins eine massive Gefahr für das Geschäftsmodell der heutigen Bankenwelt. Banken tragen aktuell große Teile der Wirtschaft, die zur Zurverfügungstellung von Kapital ist für die meisten Unternehmen überlebensnotwendig.


Weitere Gedankenspiele: Wird Tether immer größer beeinflusst Tether den Finanzmarkt durch massive Aktien- oder Anleihe. Tether könnte durch das Geschäftsmodell “Verwahrung von Geldern” auch massiven Einfluss auf Staaten nehmen, indem man die Staatsanleihe oder die Währung eines Landes bewusst kauft oder verkauft.


Gründe warum Leute Stable-Coins nutzen gibt es viele. Auch Bitcoin-Maxis müssen einsehen, dass die Volatilität von Bitcoin in vielen Bereichen ein Problem darstellt. Ein Unternehmen kann nicht große Teile des Vermögens in Bitcoin halten, wenn diese Gelder zeitnah benötigt werden. Mit Stable-Coins genießt man aber immerhin die schnellen und günstigen im Auslandszahlungsverkehr.


Das Thema Stable-Coins ist immer wieder Bestandteil des Sound Money Bitcoin Podcasts. Dort und auch bei Bitcoin im Ländle gibt es bald mehr zu den hier beschriebenen Szenarien.

 

Quellen:

Grafiken: Eigene oder aus dem Paper der FED: Stablecoins: Growth Potential and Impact on Banking https://www.federalreserve.gov/econres/ifdp/files/ifdp1334.pdf


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