Der Weg einer Bitcoin-Transaktion

Wallet, User, Nodes und Miner - der Weg auf die Blockchain ist "lang". Wir zeigen dir welche Reise eine Transaktion auf nimmt vom Absender bis auf die Blockchain nimmt.


Schritt 1

In unserem Beispiel möchte Alice 0,1 Bitcoin an Bob senden. Um die Unterschiede zum klassischen Bankensystem zu verdeutlichen, werden wir die einzelnen Vorgänge immer wieder mit dem herkömmlichen Zahlungsverkehrssystem vergleichen. Zunächst muss der Auftraggeber des Zahlungsauftrages die gewünschte Transaktion natürlich anstoßen. Alice teilt also "irgendeinem" Knotenpunkt (Node) im Netzwerk mit, dass sie die entsprechende Transaktion tätigen möchte. Die erste Node die von der Transaktion erfährt prüft ob sie diesen Transaktionswunsch bereits erhalten hat. Wenn Ja wird der "doppelte" Auftrag verworfen. Wenn Nein wird die Information erstmal gespeichert und zugleich wird die Transaktion an andere Nodes "gebroadcastet". Wie bei einem Schneeballsystem erhält jede angeschlossene Node eine Information darüber. Die zusätzlich informierten Nodes gehen exakt identisch vor. Ist die Transaktion noch nicht bekannt, wird diese notiert und an weitere Nodes verbreitet. So kommt die Zahlung nach Sekundenbruchteilen bei einem Großteil der Knotenpunkte im Netzwerk an.


Vergleich: Würden wir die vorgehensweite in das klassische Bankensystem übertragen wäre der Vorgang wie folgt: Alice geht zu ihrer Hausbank und gibt einen Überweisungsträger ab. Der Bankangestellte schaut alle offenen Überweisungen durch und gleicht ab ob Alice die Transaktion vielleicht schonmal abgegeben hat. Da dies nicht der Fall ist wird der Überweisungsträger abgelegt und alle anderen Banken - alle auf der Welt! - werden über die Überweisung informiert. Egal ob beleghaft oder via Online-Banking, beides wäre eine sehr abstruse Vorstellung.


Schritt 2

Der Zahlungsauftrag landet nun im "Mempool" (Memory Pool). Dies ist der Zwischenspeicher für alle Transaktionen die noch nicht ausgeführt sind - noch in keinem Block auf der Blockchain Platz gefunden haben. Hier landen aber nur Transaktionen die bereits von den Nodes verifiziert wurden. Wenn Alice also einen Bitcoin ausgeben möchte den sie gar nicht besitzt, wird der Zahlungsauftrag bereits zuvor aussortiert.



Schritt 3

Die Miner bedienen sich an diesem "Transaktions-Sammelbecken" und versuchen alle Transaktionen in einen Block zu packen. Oftmals ist der Mempool allerdings zu voll. Da der Platz je Bitcoin-Block begrenzt ist, gehen die Miner ökonomisch vor und wählen die Transaktionen aus welche die höchsten Transaktionsgebühren enthalten.

Jede Bitcoin-Transaktion kostet eine Gebühr. Diese Gebühr legt der Absender fest. Wer also geizig ist läuft Gefahr, dass die Transaktion tagelang nicht ausgeführt wird. Sollte dies der Fall sein, gibt es aber Möglichkeiten die Ausführung zu beschleunigen. Beispielsweise können noch ein paar Satoshis hinterher gesendet werden. Der Empfänger kann dies ebenfalls tun um schneller an sein neues Guthaben zu kommen oder aber der Absender gibt die gleichen Bitcoins nochmals aus - in einer neuen Transaktion mit höheren Transaktionsgebühren. Nach Ausführung dieser wird die alte Transaktion ohnehin ungültig.


Vergleich: An dieser Stelle nochmals der etwas abgedrehte Vergleich in die Bankenwelt. Hier gäbe es also ein Sammelbecken für alle Überweisungsaufträge weltweit. Aufgrund der Klarnamen der Kontoinhaber wäre dies natürlich aus datenschutzrechtlichen Gründen sehr bedenklich. Jeder könnte beobachten welcher Absender an welchen Empfänger Geld sendet. Ein Bankrechner würde nun eine bestimmte Anzahl an Transaktionen aus dem Pool nehmen und diese ausführen. Hierbei würde der Rechner natürlich die Transaktionen mit dem höchsten Überweisungsentgelt berücksichtigen. Folglich müsste der Auftraggeber einer Zahlung vorab überlegen wie hoch die Gebühr der Transaktion sein soll - hierbei muss man abwägen wie schnell die Transaktion beim Empfänger sein soll.


Schritt 4

Ein Miner war nun erfolgreich beim "Schürfen" eines neuen Blocks und packt alle - oder eben so viel wie möglich - Transaktionen in den neuen Block. Der Block wird im Prinzip nun an die Blockchain gehängt. Allerdings müssen die Nodes diesen Block erst verifizieren - daher noch der "Umweg" in obenstehender Grafik.


Schritt 5

Die (Full-)Nodes speichern die Transaktionshistorie der Bitcoin-Blockchain. Nur wenn der neue Block "in Ordnung ist" wird dieser von den einzelnen Nodes verifiziert und an die bestehende Blockchain angehängt. Passt alles, erhält der Miner seiner Belohnung in Form der Subsidy (Block Reward + Transaktionsgebühren der beinhalteten Zahlungen).