Der Unterschiede zwischen Coin und Token

In der Kryptowelt ist es vor allem für Neulinge extrem schwer den Überblick zu behalten - oder diesen zu gewinnen. Dieser Artikel erläutert dir die Unterschiede zwischen Coins und Token.


Die Unterscheidung zwischen einem Coin und einem Token sind recht simpel. Ein Coin basiert auf eine eigene Blockchain. Hierzu zählt BTC (Bitcoin-Blockchain), ETH (Ethereum-Blockchain), XRP (Ripple-Netzwerk), DOT (Polkadot-Netzwerk), ADA (Cardano-Netzwerk)…


Token hingegen besitzen keine eigene Blockchain. Stattdessen werden diese auf eine vorhandene Blockchain bzw. in ein bereits existierendes Ökosystem integriert. Der Großteil der Token verwendete hierfür bislang die Ethereum-Blockchain. Durch die vorhanden Skalierungsprobleme wurde das Polkadot-Ökosystem und die Binance Smart Chain in der jüngeren Vergangenheit bei neuen Projekten immer beliebter.


Vor allem junge Projekte nutzen die Möglichkeit eines vorhandenen Ökosystems für das Aufsetzen eines Token. Der Start einer eigenen Blockchain wäre deutlich aufwendiger und ist vor allem aufgrund der zu Beginn zwangsläufig geringen User-Basis entweder stark zentralisiert (wenn die Entwickler einen Großteil der Token halten) oder unsicher (Netzwerk kann verhältnismäßig kostengünstig übernommen werden). Die Verwendung einer existierenden und funktionierenden Blockchain ist daher mit deutlich weniger Aufwand verbunden.


Token werden grundsätzlich nochmals in drei Arten unterschieden. Es gibt Utility Token, Security Token und Equity Token. Die einzelnen Arten haben unterschiedliche Einsatzzwecke - diese betrachten wir nun detaillierter.


Utility Token - “Tausch-/Betriebsmittel”

Ein Utility Token ermöglicht den Zugriff auf Produkte oder Dienstleistungen. Dieser Token kann beispielweise als Schüssel für ein Hotelzimmer, zum Entsperren eines Autos oder als Eintrittskarte oder Gutschein verwendet werden. Der regulatorische Aufwand für die Ausgabe von Utility Token ist relativ gering. Allerdings darf hinter der Ausgabe kein finanzieller Anreiz stehen. Ausgeschlossen sind daher die Ausbezahlung von Erträgen an die Token-Halter, Möglichkeit des Staking oder ein Token-Burn ("Verbrennen von Token" um den Wert der verbleibenden Token künstlich zu erhöhen). Wäre einer dieser Eigenschaften erfüllt, würde man den Token als Security Token - was einer Art Wertpapier entspricht - einstufen.


Die Ausgabe von Utility Token ist bekannt unter der Bezeichnung Initial Coin Offering (ICO). Dieser Vorgang ist vergleichbar mit einem vereinfachten Börsengang. ICOs waren der Auslöser für den Kryptohype 2017.


Warum wollen Utility Token-Betreiber den Status eines “Wertpapiers” verhindern?

Die Finanzaufsichten BaFin und SEC (US. Securities and Exchanges Commission) sind für die Regulierung des Wertpapiermarktes zuständig. Security Token bzw. Wertpapiere dürfen nur auf regulierten Tauschbörsen gehandelt werden. Dies hätte ein Delisting der Token auf den Krypto-Exchanges zur Folge.


Prinzipiell wird die Ausgabe von Utility Token eingesetzt um Gelder einzusammeln für Projekte - meist im Kryptospace. Anstatt Fremdkapital über Investoren oder Banken mühselig - und vergleichsweise "teuer" - zu beschaffen, werden einfach Anteile des Projekts auf den Markt geworfen. Das Entwicklerteam hält oftmals zu Beginn einen Großteil der Token, wird im Laufe der Zeit neues Kapital benötigt, können weitere Token der Entwickler verkauft werden. So bleibt das Entwicklerteam gleichzeitig unabhängig von Außenstehenden und kann am langfristigen Erfolg des Projektes arbeiten.

Security Token

Wie bereits beschrieben handelt es sich bei Security Token um eine Mischung aus Krypto Token und klassischem Wertpapier. Dies liegt am finanziellen Anreiz welcher hinter der Ausgabe dieser Art von Token steckt. Mit der Ausgabe könnte der Token-Betreiber den Haltern Zinsen/Dividenden zufließen lassen oder einen Token-Burn zusagen. Einfach gesprochen: Ein Security Token hat die Steigerung des Wertes zum Ziel.


Aufgrund der regulatorisch teilweise noch unklaren Lage begibt man sich mit der Ausgabe von Security Token in Deutschland auf unsicheres Terrain.



Equity Token

Auch ein Equity Token hat viele parallelen mit einem Wertpapier. Wird beispielweise eine Immobilie tokenisiert und jeder Halter erhält je Token 0,1% der Immobilie, muss der Herausgeber der Token nachweisen, dass die entsprechende Immobilie überhaupt in dessen Besitz ist. Somit werden Gesellschafterverträge und Grundbucheintragungen benötigt welche auch nicht nachträglich ohne Zustimmung der Token-Halter verändert werden dürfen.