Bitcoin-Forks

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Forks im Bitcoin-Netzwerk. Vor allem Einsteiger sind oftmals verunsichert aufgrund der "unterschiedlichen Bitcoins".


Du hast dich noch nicht mit dem Thema "Fork" auseinandergesetzt? Dann empfehle ich die zunächst den passenden Beitrag.


Hinter einem Fork versteht man die "Aufgabelung" einer Blockchain. Hier wird das Netzwerk aufgespalten - und dadurch oftmals auch die Community geteilt. Prinzipiell ist eine Aufteilung der Blockchain ein Risiko, da mit der Teilung auch ein Teil der Mining-Power das Netzwerk verlässt.

"Not a bug, it's a feature"

Wie so vieles im Leben hat auch ein Fork zwei Seiten der (virtuellen) Medaille. Neben vielen sinnbefreiten Forks - welche bislang auch immer kläglich scheiterten - kann ein Netzwerk beispielsweise über Soft Forks geupdatet werden. Dadurch können neue Funktionalitäten in das "alte Bitcoin-Netzwerk" implementiert werden.


Durch den open source Ansatz können Programmierer jederzeit Weiterentwicklungen vornehmen - dies ist somit ein elementarer und erwünschter Bestandteil des Netzwerk. Für ein erfolgreiches Update müssen alle bzw. ein Großteil der Netzwerkteilnehmer dieses auch durchführen. Die Nodebetreiber müssen hierzu beispielsweise ein Update ihrer Software durchführen.


Kurzform: Bei Forks handelt es sich um eine Weiterentwicklung - oftmals ein Update - der Software bzw. Blockchain.


Forks des Bitcoin-Netzwerk

Der bekannteste Software Fork des Bitcoin-Netzwerk ist Litecoin. Das Litecoin-Netzwerk hat "die Bitcoin-Blockchain" kopiert und einige Spielregeln angepasst. Beispielsweise gibt es hier eine höhere Geldmenge und kürzere Blockzeiten. Da Litecoin heute noch zu den größten Kryptowährungen zählt, kann man hier von einem geglückten Fork sprechen - auch wenn die Blockchain im Vergleich zum Original keine wirkliche Rolle spielt.


Kläglich gescheitert sind in jedem Fall die zahlreichen Hard Forks der Bitcoin-Geschichte.

Bitcoin und Bitcoin-Hard-Forks (Marktkapitalisierung Stand März 2021)


Der erste Block der Bitcoin-Geschichte - der Genesis-Block - wurde am 03.01.2009 gemint - mehr zur Entstehung von Bitcoin findest du hier. Noch vor dem zweiten Geburtstag des Bitcoins wurde das Netzwerk Opfer einer DDoS-Attacke. Dieser Angriff sorgt für massenhaften Traffic auf einer Webseite oder in einem Netzwerk um dieses zu überlasten. Die damaligen Early Adopter des Bitcoin-Netzwerks entschieden sich daher den Speicherplatz je Block auf 1 Megabyte zu begrenzen.


Genau diese Grenze sorgte viele Jahre später für heftige Diskussionen in der stark angewachsenen Community. Viele waren der Meinung, dass die Begrenzung die Skalierung des Netzwerks hemmt. Somit teilte sich die Bitcoin-Welt in zwei Lager. Zum Einen beharrten vor allem die ganz frühen Wegbegleiter des digitalen Goldes auf die vorhandene Begrenzung und zum Anderen forderten viele neuere Communitymitglieder eine Vergrößerung der Speicherplatzes je Block - um mehr Transaktionen durchführen zu können. Eine Vergrößerung der Blockgröße führt jedoch unweigerlich zu höheren Kosten für die Nodebetreiber, da die Blockchain fortan deutlich mehr Speicherplatz benötigt - dadurch sinkt die Dezentralität.

Letztlich konnte man sich nicht einigen und am 01.08.2017 teilte sich die Community. Relativ schnell stellte sich jedoch heraus, dass der Großteil der Community an den alten Spielregeln im Netzwerk festhält. Über die Zeit verlor der neu geschaffene Fork "Bitcoin Cash" immer weiter an Bedeutung - was auch die Marktkapitalisierung im Vergleich zum Original zeigt. Nur zwei Monate später spaltete sich nochmals ein Teil der Community von der originalen Blockchain ab und auch das Bitcoin Cash-Lager teilte sich anschließend nochmals.



Mittlerweile wurden die Streitigkeiten um die Blockgröße von Jonathan Bier in einem eigenen Buch niedergeschrieben.*


Fazit: Neu ist nicht immer besser! Dies zeigt sich bei allen Hard Forks der Bitcoin-Geschichte. Die neuen Coins Bitcoin Cash, Bitcoin Gold, Bitcoin SV usw. können nicht einmal Ansatzweise mit ihrem großen Vorbild mithalten. Daher sorgen diese heut zwar für maximale Verwirrung unter Neueinsteigern im Crypto-Space, sind aber in gar keinem Fall eine Alternative für das Originale Bitcoin - welches mit BTC abgekürzt wird.